Freies Gedankengut

Gedanken und Meinungen zu aktuellen Themen (in nicht immer ganz richtiger Rechtschreibung)

Von roten und schwarzen Schuhbändern…

… und was sie offenbar für eine Wirkung auf meine unmittelbare Umwelt haben:

Heute, auf meinem Weg von der Uni nach Hause, stand ich in Giesing um auf meine S-Bahn zu warten und wollte gerade meinen Schatz anrufen, als ich von schräg hinten mit einem Satz der Art „Keine Form von Extremismus ist positiv“ angesprochen wurde. Ein Satz, den ich, vorneweg gesagt, in dieser Form zu 100% unterschreiben kann und der so eigentlich von mir stammen könnte. (Siehe beispielsweise hier, aber bitte die Ironie im oberen Teil des Posts nicht auch wieder falsch verstehen.)
Dennoch: ich pflichtete dem guten Mann (ca. Ende 20, Anfang 30, Halbglatze und modische Brille, etwas dicker) nicht zu. Nein, zunächst einmal hatte ich ihn gar nicht richtig verstanden (wie oben erwähnt, telefonierte ich) und wusste außerdem nicht, ob ich mich angesprochen fühlen sollte.
Ich vertröstete also etwas perplex meine Süße am andern Ende der Leitung, um nachzufragen.
Schnell wurde klar: Aus irgendeinem Grund hielt mich dieser, mir vollkommen fremde Mann, für extrem.

Am Anfang dachte ich noch er hielte mich für rechtsextrem, was ich mit einem Verweis auf den Anstecker der „Grünen Jugend“und mit Kundtun meiner Meinung über „Nazis“ von mir wies.

Doch damit schien ich ihn nur in seiner Meinung zu bekräftigen, sah er in mir doch einen „Linksextremen“.
Dafür hatte er auch einen eindeutigen Grund. Mit ausgestrecktem Zeigefinger in Richtung meiner Füße verwies er darauf, dass mich meine Schnürsenkel als Linksextremen ausweisen.

Nun muss man dazu eines anmerken: Ich trage zur Zeit im Regelfall grau-schwarze Nike-Turnschuhe. Zu diesen Turnschuhen gab es weiße Schuhbänder dazu, welche ich aber langweilig fand. Um meine Fußbekleidung etwas extravaganter und ausgefallener zu gestalten trage ich deshalb auf der linken Seite ein rotes und auf der rechten Seite ein schwarzes Schuband.
Für mein Gegenüber ein glasklares Indiz: Nur Linksextreme tragen ein rotes Schuhband am linken Schuh.

Nun muss ich zugeben, dass ich wirklich nicht weiß, ob das eine gängige Art von Linksextremen ist, sich als solche erkennbar zu machen. Dennoch kann ich hingegen mit 100%iger Gewissheit sagen, dass ich weder links-, noch rechts- oder auf irgendeine andere Art und Weise politisch extrem bin.
Umso mehr ärgerte es mich dann, als der gute Herr auch nach wiederholter Argumentation und der Aufforderung er solle nicht von meiner Kleidung auf meine politische Einstellung (oder sonst irgendetwas) schließen, an seiner Feststellung festhielt.
Nach dem Motto: Er musste es schließlich wissen, ob ich linksextrem sei oder nicht, ließ er mich dann mit neunmalklugen Satz à la „Du bist ja noch recht jung, wenn du erwachsen bist hast du die Phase auch hinter dir.“ Stehen, als ich meine (zweifelsohne brilliant geführte ;) ) Abwehrargumentation aufgrund eines erneuten Anrufs unterbrechen musste.

Nun ja, was solls. Sich über die Engstirnigkeit einiger weniger zu ärgern ist auf Dauer sowieso nicht befriedigend und bringt zusätzlich auch keine Lösung.

Insofern werde ich das Ereignis wohl gedanklich in die Schublade „seltsame Begegnungen“ verschieben und nicht weiter daran denken.

Euer Max

Eine Reaktion zu “Von roten und schwarzen Schuhbändern…”

  1. Basti

    Manche Menschen sind echt seltsam. Mich würde das wohl doch weiter beschäftigen. Alleine das lesen des Blogs macht mich latent aggressiv. Na vielen herzlichen Dank ;)

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